DER BODEN KOMMT ZUERST

Biologische Landwirtschaft im Val d’Orcia

Weinberge und Wälder von Terre di Giorgio im Val d’Orcia

Für Terre di Giorgio ist ökologischer Landbau mehr als eine Zertifizierung: Er bedeutet, den Boden zu verstehen, Kulturen in Fruchtfolge anzubauen, Wälder zu bewahren und Lebensmittel, Wein und Olivenöl mit Blick auf kommende Generationen zu erzeugen.

120 Hektar im Zusammenspiel

Landwirtschaftliche Landschaft des Val d’Orcia, von dem Anwesen aus gesehen

Weinberge, Olivenhaine, alte Getreidesorten, Hülsenfrüchte, Gemüse und Wälder sind keine getrennten Teile: Sie bilden eine produktive Kulturlandschaft im Gleichgewicht an den Hängen des Monte Amiata.

Ökologischer Landbau bedeutet, vorzubeugen statt später korrigieren zu müssen. Bodenfruchtbarkeit entsteht über Jahre; gesunde Pflanzen brauchen eine gute Bodenstruktur, Artenvielfalt und eine Bewirtschaftung, die zu jeder Parzelle passt.

Fruchtfolge

Mosaik aus bewirtschafteten Feldern und Wäldern des Anwesens

Wir bauen Getreide, Hülsenfrüchte und andere Kulturen im Wechsel an, damit dem Boden nicht immer dieselben Nährstoffe entzogen werden. Hülsenfrüchte unterstützen den Stickstoffkreislauf; unterschiedliche Wurzeln erschließen verschiedene Bodenschichten und durchbrechen die Lebenszyklen von Unkräutern und Schaderregern.

Die Fruchtfolge gehört zu den Grundpfeilern des europäischen ökologischen Landbaus. Sie stärkt langfristig Bodenfruchtbarkeit und Pflanzengesundheit.

Gründüngung und organische Substanz

Begrünung zwischen den Zeilen von Bio-Weinbergen

Wenn es der Anbauzyklus erlaubt, schützt eine im Herbst eingesäte Gründüngung den Boden, fördert seine biologische Aktivität und führt ihm organische Substanz zu. In Weinbergen und Olivenhainen steuern wir die Begrünung so, dass Erosion und Verdichtung begrenzt werden.

Das Ziel besteht nicht darin, den Ertrag zu „erzwingen“, sondern einen lebendigen Boden zu erhalten, der langfristig Qualität und Beständigkeit gewährleistet.

Tiefenlockerung im Herbst – nur wo sie nötig ist

Bewirtschaftete Felder und vielfältige Kulturen zwischen den Wäldern des Val d’Orcia

Auf einigen Parzellen lockern wir den Boden im Herbst gezielt in größerer Tiefe. So brechen wir verdichtete Schichten auf, verbessern die Wasserversickerung und bereiten den Boden auf die nächste Kultur vor. Diese Maßnahme erfolgt nicht routinemäßig: Tiefe, Zeitpunkt und Gerät werden an Boden, Hangneigung und aktuelle Bedingungen angepasst.

Diese Sorgfalt ist im Val d’Orcia von entscheidender Bedeutung, wo die Wasserbewirtschaftung, die Erosionsgefahr und der Erhalt der Bodenstruktur präzise agronomische Entscheidungen erfordern.

Langlebige Reben und Olivenbäume

Oliven aus den Hainen von Terre di Giorgio

Beim Rebschnitt achten wir auf einen ununterbrochenen Saftfluss und auf die Langlebigkeit der Reben. Die Lese kann bis in den Oktober dauern, damit die Trauben voll ausreifen und ihren Herkunftscharakter entwickeln. Unsere Olivenbäume erziehen wir in der polykonischen Vasenform; sie fördert gesunde Kronen und erleichtert die Handlese.

Wein und natives Olivenöl extra entstehen nicht losgelöst von ihrer Umgebung: Sie sind das Ergebnis einer Landschaft, die wir mit Geduld bewirtschaften.

Viele einzelne Weinberge, jeder mit eigener Identität

Reife Trauben in einem Bio-Weinberg von Terre di Giorgio im Val d’Orcia

Jeder Weinberg hat einen eigenen Namen, Boden und agronomischen Charakter. Sangiovese wächst in der Vigna Diana, der Vigna delle Querce und der Vigna 78; Cabernet Franc in Casa nel Bosco Est und Casa nel Bosco Ovest; Vermentino in der Vigna del Fosso Est und der Vigna del Fosso Ovest.

Vigna 78: eine lebendige Sangiovese-Klonsammlung

Vigna 78 ist unser Projekt zur klonalen Vielfalt des Sangiovese. Drei Teilparzellen ermöglichen es uns, unterschiedliche Klone und Unterlagsreben unter den Bedingungen unseres Guts zu beobachten und zu vergleichen und so die Reaktion der Reben und die Identität der einzelnen Standorte im Laufe der Zeit besser zu verstehen.

Historische Weinberge und Neuanlagen

  • Vigna Diana und Vigna delle Querce: historische Sangiovese-Parzellen;
  • Vigna 78: drei Teilparzellen für die Klonforschung am Sangiovese;
  • Casa nel Bosco Est und Casa nel Bosco Ovest: zwei getrennte Cabernet-Franc-Parzellen;
  • Vigna del Fosso Est und Vigna del Fosso Ovest: zwei getrennte Vermentino-Parzellen.

Technische Daten für jede Parzelle

Auf der eigenen Weinbergseite finden Sie Fotografien und geprüfte technische Angaben zu jeder Parzelle, darunter Fläche, Klone, Unterlagsreben, Erziehungsform, Rebzeilen und Rebbestand.

Wälder als Biodiversitäts- und Kohlenstoffspeicher

Wälder und Weinberge des Anwesens im Val d’Orcia

Die Wälder des Anwesens beherbergen Lebensräume, schützen den Boden und speichern Kohlenstoff in Biomasse und Boden. Aus diesem Grund betrachten wir sie als Teil unserer natürlichen Infrastruktur und nicht als unproduktive Fläche.

Wir sprechen bewusst von Kohlenstoffspeicherung, nicht von Klimaneutralität. Eine Nettobilanz würde eine vollständige, zertifizierte Erfassung aller Emissionen und der gesamten Kohlenstoffbindung unseres Betriebs erfordern.

Nachhaltigkeit, die man schmecken kann

Alberto Giorgio bei der Arbeit in den Weinbergen von Terre di Giorgio im Val d’Orcia

Dieselbe Haltung zeigt sich im Wein, im Olivenöl, in den Gerichten unseres Restaurants und im Aufenthalt unserer Gäste. Wer in der Villa La Palazzetta übernachtet, findet keine eigens für den Tourismus inszenierte Landschaft vor, sondern einen lebendigen landwirtschaftlichen Betrieb.

Häufige Fragen zu unserer biologischen Landwirtschaft

Ländliche Landschaft des Val d’Orcia
Was bauen Sie an?

Trauben, Oliven, alte Getreidesorten, Hülsenfrüchte, Gemüse und weitere Kulturen, die wir auf unseren 120 Hektar in die Fruchtfolge einbinden.

Warum arbeiten Sie mit Fruchtfolgen?

Um die Nährstoffnutzung besser zu verteilen, die Fruchtbarkeit zu unterstützen, Wurzelsysteme zu diversifizieren und den Druck durch Unkräuter und Schadorganismen zu verringern.

Kompensieren die Wälder alle Emissionen?

Nein, diesen Anspruch erheben wir nicht. Wälder speichern Kohlenstoff und haben einen hohen ökologischen Wert; eine belastbare Aussage zur Klimaneutralität würde jedoch eine vollständige, zertifizierte Bilanz erfordern.